Wappen der Passauer Bischöfe auf der Burg Pürnstein
Wappen der Passauer Bischöfe auf der Burg Pürnstein

Hoch über der Mühl, am linken Ufer des Flusses, thront auf der höchsten Spitze eines ansteigenden Felsterrains eine Burg, bei der es sich um eine der am besten erhaltenen Wehrbauten Österreichs handelt. Burg Pürnstein, auch bekannt als „die letzte Festung und das erste Schloss“, wurde bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 1010 erwähnt, in welchen sie als eine Wehranlage und Bischöfliche Burg der Passauer bezeichnet wird.
Der erste bekannte Besitzer Alram de Birchenstaine ist für das Jahr 1170 dokumentiert. Allerdings herrschte ein reger Wechsel an Burggrafen in dieser Zeit, da die Bischöfe die Festung häufiger aus Geldnöten verpfänden mussten. 1309 wird Jakob de Strachner als Lehensnehmer genannt.


Burg Pirhenstain 1661 (Aquarell v. H. Hager), Landesarchiv, Linz

Bereits 26 Jahre später verkaufte Hans von Kapellen die Burg an Dietrich von Harrach. 1451 ist wieder ein Pfleger des Bistums Passau mit dem Namen Erhard Marschalk bekannt und spätestens um 1455 ging die Burg in den Besitz der Starhemberger über, welche die Anlage als die heute noch bestehende Burg ausbauten. Dabei wurde ein Großteil der alten Burg abgetragen und eine komplett neue Festungsanlage aus einem Guss erbaut. Obwohl diese neue Burg weit besser erhalten geblieben ist, kann man bis heute noch Teile von der alten Anlage sehen. 1774 wurde zuletzt unter Kardinal Leopold Ernst von Firmian von Passau ein Zubau errichtet und das Burgtor erneuert. Im Jahr 1782 kam Pürnstein durch einen Vertrag an Österreich und mit dem Ende des Jahres 1802 verlor das Bistum Passau die weltlichen Besitzungen, somit auch Pürnstein.

Burg Pürnstein nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 .
Von Georg Matthäus Vischer – Topographia Austriae superioris modernae, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6701541

1866 erwarb der Unternehmer Carl Christian Müller die Burg und ihre Liegenschaften. Im selben Jahr wurden große Teile der Anlage durch ein Feuer vernichtet. Alle hölzernen Teile und sogar der Dachstuhl der inneren Burganlage wurden komplett zerstört, allein die Kapelle blieb verschont. Obwohl man sich über den exakten Ursprung des Feuers nicht im klaren ist, scheint Brandstiftung die wahrscheinlichste Ursache zu sein. Daraufhin wurden ein Zubau errichtet der bis heute noch bewohnbar ist. Leider ist die Burg heutzutage stark vom Verfall bedroht und der Zugang zur Burg bis auf weiteres verboten.